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Section control: Seit April gilt eine neue Geschwindigkeitsüberwachung auf serbischen Autobahnen

Wer seine Autobahnroute bislang in oder durch Serbien beschritt und meint, in den dortigen Verkehrsverhältnissen firm zu sein, sollte die folgende Neuerung unbedingt kennen.

Seit dem 17.04.2018 werden auf serbischen Autobahnen regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen basierend auf sogenannten Abschnittskontrollen (Section control) durchgeführt. Erreicht man eine Mautstelle auf einer Autobahn, erhält man nach dem Bezahlen eine Quittung, auf dem die Uhrzeit und die Mindestfahrdauer bis zur nächsten Mautstelle notiert sind. Die Mindestfahrdauer errechnet sich aus der Entfernung zwischen den Mautstellen und der auf der Autobahn zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Wird die nachfolgende Mautstelle früher erreicht, wird hieraus der Schluss auf eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf serbischen Autobahnen geschlossen, die zurzeit bei 120 km/h liegt. Einer Ahndung in der Geschwindigkeitsüberschreitung erfolgt teilweise durch Polizeibeamte direkt vor Ort. Die Geldbuße wird dann direkt kassiert. Möglich ist aber auch, dass ein Bußgeldbescheid nach Deutschland verschickt wird. Und eine Vollstreckung aus einem solchen rechtskräftig gewordenen Bußgeldbescheid ist in Serbien drei Jahre lang möglich.

Hinweis: Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung bis 20 km/h wird eine Geldbuße von 25 EUR fällig, bei einer Überschreitung bis 40 km/h in Höhe von 43 EUR und ab 41 km/h eine Geldbuße zwischen 50 und 1.000 EUR, wobei mindestens ein Fahrverbot von 30 Tagen verhängt wird. Eine Beschlagnahme des Fahrzeugs durch die Polizei ist allerdings nicht zulässig. Weiterhin ist zu beachten, dass eine grenzüberschreitende Vollstreckung von Geldbußen in Deutschland nicht möglich ist, da es insofern an einem Vollstreckungshilfeabkommen zwischen Deutschland und Serbien fehlt.

zum Thema: Verkehrsrecht

(aus: Ausgabe 08/2018)

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