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Beleidigung des Arbeitgebers: Fristlose Kündigung wirksam bei Vergleich des Verhaltens des Arbeitgebers mit dem Nazi-Regime

Es versteht sich von selbst, dass Beleidigungen gegenüber dem eigenen Chef keine sonderlich kluge Sache sind - zumindest nicht, wenn man seinen Arbeitsplatz behalten möchte. Zwar führt nicht jede Beleidigung automatisch zu einer fristlosen Kündigung, denn auch hier muss stets einer Abwägung im Einzelfall erfolgen. Eine Abmahnung droht jedoch allemal, zudem auch das Arbeitsverhältnis und die Atmosphäre im Unternehmen danach gestört sein dürften.

Ein Vergleich des Verhaltens des eigenen Chefs mit dem Regime der Nationalsozialisten ist jedoch nicht nur unangebracht, sondern auch so schwerwiegend, dass er eine fristlose Kündigung des betreffenden Arbeitnehmers rechtfertigt. So hat das Landesarbeitsgericht Hessen geurteilt. Eine solche Aussage ist auch nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt - jedenfalls dann nicht, wenn im Anschluss an diese Äußerung keine Entschuldigungsbitte, sondern vielmehr eine weitere Beleidigung erfolgt.

Hinweis: In diesem Fall hat es dem beleidigenden Arbeitnehmer auch nichts genützt, bereits mehr als 30 Jahre in dem Unternehmen gearbeitet zu haben - dazu war die Beleidigung zu heftig. Da aber immer auch unter anderem bewertet werden muss, in welchem Zusammenhang eine Beleidigung ausgesprochen wird, muss nicht zwingend jede auch zu einer Entlassung führen. Der auf Arbeitsrecht spezialisierte Anwalt kann hier oft weiterhelfen.


Quelle: LAG Hessen, Urt. v. 14.09.2010 - 3 Sa 243/10
zum Thema: Arbeitsrecht

(aus: Ausgabe 03/2011)

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